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Weniger Schwein, dafür mehr Rind und Geflügel auf dem Teller

Frankfurt am Main, 18. Mai 2017. Die Deutschen haben 2016 insgesamt weniger Schweinefleisch und dafür mehr Rindfleisch oder Geflügel verzehrt. Insgesamt kamen im letzten Jahr pro statistischem Bundesbürger 60 Kilogramm Fleisch auf den Tisch, davon rund die Hälfte als Wurst und Schinken, die andere Hälfte als Koteletts, Steaks, Braten oder Hackfleisch. Gegenüber 2015 ist die verzehrte Fleischmenge um 1 Kilogramm gesunken, auch im Langfristvergleich sind leicht rückläufige Tendenzen erkennbar.

Die deutlichste Veränderung war beim Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch festzustellen, dessen Konsum um 1,7 Kilogramm deutlich eingeschränkt wurde. Der Verzehr von Rind-und Kalbfleisch nahm um 200 Gramm auf 9,7 Kilogramm erneut leicht zu. Auch Geflügelfleisch gewann in der Verbrauchergunst dazu, sein Verzehr stieg um 500 Gramm auf 12,5 Kilogramm.

Seit mehr als einem Jahrzehnt hat Geflügel nach der Höhe des Durchschnittsverzehrs Rind und Kalb den Rang abgelaufen. Die Hauptgründe dafür sind das Preisgefälle zwischen beiden Fleischarten, die stetig gestiegene Angebotsvielfalt von Geflügelfleischartikeln und nicht zuletzt die verbreitete Annahme, dass Geflügelfleisch magerer und gesünder sei.

Durchschnittlicher Fleischverzehr langfristig leicht gesunken
Im langfristigen Vergleich entspricht die 2016 pro Kopf verzehrte Fleischmenge dem Umfang in der ersten Hälfte des neuen Jahrtausends. Seit 2007 ist der Pro-Kopf-Verzehr mit zwischenzeitlichen Schwankungen langsam aber stetig zurückgegangen. Der höchste Verzehrwert des letzten Jahrzehnts wurde 2011 mit 62,8 Kilogramm ermittelt, auf lange Sicht ist aber seit Mitte der neunziger Jahre ein langsamer aber kontinuierlicher Rückgang zu beobachten.

Der Rückgang des Pro-Kopf-Verzehrs an Fleisch in den letzten beiden Jahrzehnten geht auf mehrere, unterschiedliche Faktoren zurück. Hauptursachen sind langfristig veränderte Verzehrgewohnheiten und die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur. Hinzu kommen Verzehrstrends, die zwischenzeitliche Marktströmungen verursachen.

Verbrauch ist nicht Verzehr
Der in den Versorgungsbilanzen ausgewiesene Fleischverbrauch ist eine rein statistische Größe, welche die für die Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stehende Fleischmenge, ausgedrückt im Schlachtgewicht, beschreibt.

Tatsächlich zum menschlichen Verzehr gelangen jedoch nur etwa zwei Drittel dieser Menge, da vom Schlachttierkörper wesentliche Teile wie Knochen, Sehnen oder Schwarten entweder nicht verzehrgeeignet sind oder als Fette und sonstige Rohstoffe zur Weiterverarbeitung in die chemische Industrie gehen. Darüber hinaus werden erhebliche Teile der auch zum menschlichen Verzehr geeigneten Mengen an Fleisch und Innereien direkt an Tiere verfüttert oder dienen als Rohstoffe für die industrielle Tierfertignahrungsproduktion.

Die effektiv von der Bevölkerung in Deutschland verzehrte Fleischmenge betrug im letzten Jahr 4,928 Millionen Tonnen. Pro Kopf der gewachsenen Gesamtbevölkerung bedeutete dies 60 Kilogramm im Durchschnitt und damit ein Kilogramm weniger als 2015.

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