Tee in der Küche

Teatime im Kochtopf - Ungewöhnlich und überzeugend - Aromaküche mit Teeaufgüssen

Wer Spaß an ungewöhnlichen und kreativen Ideen für die leichte Küche hat, der wird das neue Buch von Tanja und Harry Bischof lieben. Hier geht es um Tee. Aber nicht zu Plätzchen und Kuchen – sondern zum Verfeinern von Saucen, zum Ablöschen von Braten, zum Dünsten, Garen und Marinieren von Fleisch, Fisch und Gemüse sowie als einzigartiger Gaumenkitzel in Suppen, Rohkost und Desserts.

Raffinierte Fonds und Sude aus grünem, weißem, schwarzem, Früchte-, Kräuter- oder Roibuschtee laden dazu ein, auch klassische Rezepte einmal völlig neu zu entdecken. Ein gesundes, supermodernes und inspirierendes Kochvergnügen.

Da vermisst niemand den Wein im Bratenfond!

Rezepturen wie: Englische Lammkeule in Minzetee, Fenchelgemüse in Matetee, Forelle in Zitronengrassud, Hühnchen in Löwenzahntee, Kalbsbäckchen in Kamillentee, Kaninchen in Thymiansud, Earl-Grey-Muffins, Birnen in Süßholztee.

Zwei der Rezepte aus dem Buch und die zugehörigen Abbildungen finden Sie im Folgenden:

Bouillabaisse mit Fenchel und Anis

Fenchel-Anis-Tee:

Je 2 EL Fenchel- und Anissamen in 1 Liter sprudelnd kochendes Wasser geben. 5 Minuten kochen lassen und den Tee weitere 3 Stunden im Topf ziehen lassen. Anschließend durch ein feines Sieb abseihen.

Zutaten für 4 Personen:

1 kleine Fenchelknolle

2 Zwiebeln

3 Knoblauchzehen

1 EL Olivenöl

1 l Fenchel-Anis-Tee

500 ml Fischfond

½ Bund Petersilie

je 1 EL frisch gehackter Thymian, Salbei, Rosmarin

Salz & Pfeffer

0,1 g Safranfäden 
(1 Briefchen)

500 g fettarmes, festes Fischfilet – gerne verschiedene Sorten (z. B. Seeteufel, Knurrhahn, Rotbarbe)

8 Scampi

20 Muscheln (Sorte nach Belieben)

Zubereitung:

Den Fenchel waschen und putzen, die Stängel abschneiden, das Grün beiseite legen. Die Fenchelknollen längs vierteln, vom Strunk befreien und mundgerecht würfeln. Die Zwiebeln und den Knoblauch abziehen. Die Zwiebeln fein würfeln, die Knoblauchzehen mit der Gabel zerdrücken.

Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebeln darin anschwitzen. Die Knoblauchzehen und den Fenchel zugeben und kurz anbraten. Mit Fenchel-Anis-Tee und Fischfond ablöschen und 30 Minuten sieden lassen.

Dann die Petersilie waschen, trocken schütteln und fein hacken. Zusammen mit den Kräutern in den Fond geben.

Die Fischfilets nach Sorten getrennt in mundgerechte Stücke schneiden, pfeffern und salzen. Die Safranfäden zwischen den Fingern zerreibend in die Suppe geben. Die Fischfilets in den siedenden Fond gleiten lassen: Je nach Festigkeit des Fleisches nacheinander zunächst das Filet mit der längsten Garzeit, letztlich das mit der kürzesten Garzeit. Den Fisch gar ziehen lassen, den Fond dabei nicht kochen lassen!

3 Minuten vor Ende der Garzeit die Scampi und Muscheln obenauf legen und mitgaren lassen.

Und dazu:

Die Bouillabaisse mit frischem Baguette und evtl. Rouille (traditionelle Knoblauch-Chili-Mayonnaise) servieren.



In Löwenzahntee geschmorte Endivie

Löwenzahntee:

1 EL getrocknete und zerriebene Löwenzahnblätter mit 250 ml sprudelnd kochendem Wasser überbrühen. Den Tee 20 Minuten ziehen lassen. Durch ein feines Sieb abseihen.

Zutaten für 4 Personen:

1 Kopf Endiviensalat

1 Zwiebel

25 g Butter

Salz & Pfeffer aus der Mühle

250 ml Löwenzahntee

Zubereitung:

Den Salat vom Strunk aus in Viertel schneiden und diese unter reichlich fließendem Wasser sorgfältig waschen. Die Salatviertel gut abtropfen lassen.

Die Zwiebel abziehen und achteln. Die Butter in einer großen Pfanne zerlassen. Sobald sie schaumig ist, die Zwiebeln darin goldgelb anbraten.

Die Salatviertel mit der Schnittseite nach unten in die heiße Pfanne legen. Mit Salz und Pfeffer würzen und abgedeckt 2 Minuten bei schwacher Hitze schmoren lassen.

Die Endivie mit dem Löwenzahntee ablöschen. Weitere 5 Minuten bei schwacher Hitze abgedeckt garen, sie muss nicht gewendet werden.

Und dazu:

Die geschmorte Endivie schmeckt als Beilage oder als Vorspeise mit frisch gehobeltem Parmesan.

Wissenswert:

Die vielen Bitterstoffe aus Endivie (Frisée) und Löwenzahn regulieren die Verdauung und kurbeln den Fettstoffwechsel an.

Quelle: [ Tanja und Harry Bischof ]

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