Einkaufen mit dem Nutri-Score

Viele Menschen haben den Vorsatz, Lebensmittel bewusster und ausgewogener einzukaufen. Nur: Wer nimmt sich denn wirklich die dafür nötige Zeit? Rund die Hälfte der Verbraucher wendet gerade nicht einmal eine Sekunde für eine Kaufentscheidung innerhalb eines Sortiments auf. Zu wenig, um Nährwerttabellen zu studieren. Dieses Dilemma kann der Nutri-Score lösen. Die fünfstufige Skala mit der in Ampelfarben unterlegten Buchstabenfolge von A bis E ermöglicht einen Nährwertvergleich auf die Schnelle: Ein grün unterlegtes A steht für den günstigsten Gesamtnährwert. Sparsam verzehrt werden sollten Lebensmittel mit einem rot unterlegten E.

Ein unverarbeitetes Seelachs-Filet beispielsweise erhält ein grün unterlegtes A. Beim panierten Filet kann die Bewertung auf ein hellgrün unterlegtes B rücken, je nachdem wie die Panade zusammengesetzt ist. Ist deren Salzgehalt vergleichsweise gering, kann aber das Produkt die A-Wertung trotz Panade behalten. Das ist jedoch längst nicht bei jedem Produkt jeder Marke der Fall. Der Nutri-Score ermöglicht einen schnellen Nährwertvergleich zwischen verschiedenen Produkten, die das Label tragen. Was der Nutri-Score allerdings nicht abbilden kann: Eine zusätzliche Fettaufnahme des Fisch-Produktes bei der Zubereitung. Das hat allein der Verbraucher in der Hand.

Detailinformationen zu Nährwerten, etwa zum Energie- oder Fettgehalt liefert der Nutri-Score ebenfalls nicht. Wozu auch, schließlich ergänzt der Nutri-Score die Nährwerttabelle auf dem Etikett. Dort stehen die genauen Informationen zum Energie- und Fettgehalt und fünf weiteren Nährstoffgehalten. Weitere Informationen zur Nährwertqualität eines Lebensmittels bietet außerdem die Zutatenliste. Gerade bei Getränken lohnt sich der Blick ins vergleichsweise Kleingedruckte. So besticht nämlich manch ein Erfrischungsgetränk auf den ersten Blick mit einer grün unterlegten B-Wertung und erst die Zutatenliste offenbart, dass es anstelle von Zucker Süßungsmittel enthält. Ein Tausch, der vielleicht nicht allen Menschen schmeckt.

Dr. Christina Rempe, www.bzfe.de