Vegane Ernährung - Einfluss auf Knochengesundheit

In Deutschland gibt es derzeit gut eine Millionen Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren. Sie verzichten somit auch auf Milch und Milchprodukte, die wertvolles Kalzium liefern. Dieser Mineralstoff ist ein wichtiger Baustein für Knochen und Zähne. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ging deshalb in einer neuen Studie der Frage nach, wie sich die vegane Ernährung auf die Knochengesundheit auswirkt. So wurden bei 36 Veganern und Mischköstlern Ultraschalluntersuchungen im Fersenbein sowie Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt, die Rückschlüsse auf die Knochengesundheit geben.

Auch wenn die Stichprobe vergleichsweise klein ist, deuten die Studienergebnisse auf eine geringere Knochengesundheit bei rein veganer Ernährung hin. Erst kürzlich zeigte eine Studie aus Großbritannien, dass sich rein vegan Ernährende möglicherweise häufiger unter Knochenbrüchen leiden. Für das erhöhte Risiko spielte hier neben anderen Faktoren auch das Kalzium eine Rolle.

Wer sich also für eine vegane Ernährung entscheidet, sollte unter anderem auf eine ausreichende Kalziumversorgung achten. Dazu dienen laut Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) dunkelgrüne Gemüsearten wie Grünkohl und Brokkoli, Nüsse wie Haselnüsse und Paranüsse, Tofu (wenn als Gerinnungsmittel Kalziumsulfat verwendet wird), kalziumreiche Mineralwässer (> 150 Milligramm Kalzium pro Liter) und mit Kalzium angereicherte Lebensmittel. Am besten lassen sich Veganer von einer qualifizierten Ernährungsfachkraft beraten. Zudem sollten sie in regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen den Versorgungszustand mit diesem und weiteren kritischen Nährstoffen (Protein, langkettige Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Jod, Zink, Selen, Vitamin B12, Vitamin B2 und Vitamin D) untersuchen lassen. Der Arzt oder die Ärztin entscheidet dann, ob bestimmte Nahrungsergänzungsmittel erforderlich sind. Das gilt insbesondere auch für Schwangere und Stillende, die sich vegan ernähren. Für Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche wird eine vegane Ernährung von der DGE nicht empfohlen.

Hedda Thielking, www.bzfe.de