Naturdarmhandel entwickelt sich weiter positiv

Hamburg, im September 2018 – Der Naturdarm als Wursthülle ist weltweit begehrt. Das zeigen die aktuellen Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr des Zentralverbands Naturdarm e.V. – dem deutschen Fachverband der Importeure, Exporteure, Händler und Makler von Naturdärmen.
Demnach stieg der Gesamtaußenhandel des deutschen Naturdarmhandels 2017 im Vergleich zum Vorjahr. Zuwächse gab es sowohl im Export als auch im Import: Die Exportmenge legte um gut zwei Prozent auf 126.182 Tonnen zu, die Importmenge um knapp zehn Prozent auf 103.749 Tonnen. „Dabei gilt es stets zu berücksichtigen, dass große Mengen, die von Deutschland ins Ausland gehen, dort lohnveredelt und dann unter anderem auch wieder zurück nach Deutschland transportiert werden“, erklärt Heike Molkenthin, Vorsitzende des Zentralverband Naturdarm e.V.

EU-Länder steigern Ausfuhrumsatz bei reduzierter Menge – Drittländer im Absatz vorn
Umsatzstärkster Handelspartner Deutschlands im weltweiten Naturdarmhandel waren nach wie vor die EU-Länder (Anteil: 61 Prozent). Sie vereinigen ein Exportvolumen von mehr als 285 Millionen Euro auf sich. Das entspricht einer Steigerung von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Ausfuhrmenge im selben Zeitraum um acht Prozent auf 54.777 Tonnen zurückging.

Der Gesamtausfuhrwert jenseits der europäischen Grenzen betrug hingegen 183 Millionen Euro (plus 27 Prozent) und die Exportmenge 71.405 Tonnen (plus zwölf Prozent). Damit gingen 57 Prozent der Gesamtausfuhren in die Drittländer. Den größten Teil macht China/Hongkong aus, wo große Mengen lohnveredelt werden – mit einem Zuwachs von 15 Prozent auf 60.770 Tonnen.

„Aber auch der Markt in Fernost entwickelt sich weiterhin dynamisch. Wir beobachten zudem, dass der Wurstkonsum dort deutlich steigt und gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Das Wachstumspotenzial in dieser Region ist nach wie vor sehr groß“, so Heike Molkenthin. Der zweitgrößte Abnehmer war – wie schon im vergangenen Jahr – Brasilien mit 3.217 Tonnen (jedoch um neun Prozent gesunken), gefolgt von Südafrika mit 1.953 Tonnen.

Die Top-Drei-Abnehmer in Europa behaupten ihre Plätze
Die drei Spitzenreiter unter den EU-Ländern sind die Niederlande (vom Hafen Rotterdam aus werden beispielsweise große Mengen von Deutschland nach Fernost verschifft) und Polen sowie Frankreich, die ihre Positionen im Ranking beibehalten. Der Erstplatzierte, die Niederlande (15.206 Tonnen; minus 22 Prozent), und der Drittplatzierte, Frankreich (7.214 Tonnen; minus 19 Prozent), ließen in der Menge nach. Das zweitplatzierte Polen blieb stabil (plus 0,5 Prozent auf 11.523 Tonnen). Auf den Rängen folgten in Europa Italien (3.302 Tonnen) und Spanien (2.818 Tonnen). Aber auch die osteuropäischen Länder gewinnen an Bedeutung. So kommen die Tschechische Republik, Ungarn und Rumänien zusammen bereits auf 3.107 Tonnen.

Wurstverzehr in Deutschland ohne Einbußen#
Die Ergebnisse zeigen, dass die Nachfrage nach hochwertigem Naturdarm weltweit stabil bleibt. Er ist ein wesentlicher Bestandteil von Wurstwaren, die in vielen Ländern stark nachgefragt werden. Vor allem im asiatischen Bereich ist man auf den Geschmack gekommen, was den Markt stark positiv beeinflusst. Aber auch im Wurstland Deutschland halten die Konsumenten der Wurst die Treue. Nach Angaben des Verbandes der Fleischwirtschaft ging zwar der Pro-Kopf-Fleischverzehr 2017 etwas zurück (um 1,3 Prozent auf 59,7 Kilogramm), aber der Wurstproduktion tat das keinen Abbruch. Sie legte mit 1,537 Millionen Tonnen sogar noch etwas zu (plus 0,3 Prozent). „Der Weg zum Erfolg führt über eine unverwechselbare Wurstvielfalt und die Besinnung auf das handwerkliche Können, das nicht zuletzt durch die Verwendung des Naturdarms zum Ausdruck kommt“, so Heike Molkenthin. „Ob gegrillt, gekocht, gebraten oder kalt – Wurst schmeckt in allen Zubereitungsformen und ist auch als leckerer Snack für zwischendurch äußerst beliebt.“ Hinzu komme die Kreativität der Wurstproduzenten, die mit verschiedenen Geschmackskomponenten wie Bärlauch und Käse für neue Marktimpulse sorge. Diese positive Entwicklung für die Wurst in der natürlichen Hülle werde durch die Craft-Wurst-Bewegung und die verstärkte Rückbesinnung auf das Ursprüngliche zusätzlich verstärkt.

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