Agrarforscher wenden sich an Politik

Sollen Landwirte mehr Nahrung erzeugen oder lieber Energiepflanzen anbauen? Was sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Regionen in Deutschland? Der zweite "Zwischenruf" der Leibniz-Gemeinschaft in diesem Jahr kommt von den Agrarforschern aus dem Netzwerk "Leibniz AgriResearch plus" und informiert über vier Themenkreise. Neben Klima und Energie sind dies noch Grüne Gentechnik und die Lebensmittelsicherheit.

"Food or Fuel?" heißt es neudeutsch für die Landwirte nicht nur in Deutschland. Im aktuellen "Zwischenruf" der Leibniz-Gemeinschaft beschäftigen sich Agrarforscher aus dem Netzwerk Leibniz AgriResearch plus mit den Themen Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, Klimawandel, Grüne Gentechnik und Automatisierung sowie Lebensmittelsicherheit. Die Publikationsreihe Zwischenruf der Leibniz- Gemeinschaft richtet sich in erster Linie an Politik und Behörden.

Einige Kernaussagen des aktuellen Agrar-Zwischenrufessind:

Deutsche Landwirte werden zwar von einer größeren Nachfrage nach Biotreibstoffen profitieren, aber der Großteil des Angebots dürfte aus dem Ausland kommen. Ein heimischer Biotreibstoffanteil von nur 10 Prozent müsste zu etwa 85 Prozent über zusätzliche Importe gedeckt werden.

Bei der Grünen Gentechnik rufen die Agrarwissenschaftler zu einer sachlichen Betrachtung der Risiken auf. Sie werden dabei von Leibniz- Präsident Ernst Th. Rietschel unterstützt, der sagt: "Gerade im Bereich der Grünen Gentechnik leiden unsere Wissenschaftler unter scharfen Restriktionen und einem Klima der Panikmache." Rietschel appelliert an die Politik, klare und verlässliche Rahmenbedingungen für die Forschung zu schaffen. Bei aller Kontroverse solle die Grüne Gentechnik die Chance erhalten, ihr Potenzial bei der Bewältigung von Klimawandel und Ernährungskrisen zu entfalten. Der Leibniz-Präsident weiter: "Dazu gehört, dass Wissenschaftler frei von Beschränkungen dieses Potenzial erforschen dürfen - und damit auch mögliche Risiken."

In der arbeitsintensiven Obst- und Gemüseproduktion sind innovative Technologien Deutschlands Stärke. Sie sichern nicht nur die Qualität der Lebensmittel und helfen bei deren Überwachung, sondern tragen dazu bei, dass Arbeitsplätze in der Branche erhalten bleiben.

Der Klimawandel wird die Regionen Deutschlands ganz unterschiedlich treffen, Mittel- und Nord-Ostdeutschland werden voraussichtlich unter mehr Sommertrockenheit leiden. Davon betroffen wird allerdings weniger der Ertrag aus der deutschen Landwirtschaft sein, vielmehr befürchten die Wissenschaftler Probleme in der Wasserqualität.

Der vollständige Zwischenruf ist auf den Leibniz-Webseiten zu finden unter:

www.leibniz-gemeinschaft.de > Aktuelles/Medien > Publikationen > Zwischenruf.

Quelle: Bonn [ Leibniz Gemeinschaft ]

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