Fleischer planen Kopierschutz für Puttes und Weihnachtsleberwurst

Wer es mit Blick auf Weihnachten deftig und herzhaft liebt, darf sich freuen: Die Saison der traditionellen Aachener Weihnachtsleberwurst hat begonnen. Saisonauftakt war im Weißen Saal des Rathauses, wo OB Jürgen Linden zusammen mit Vertretern der Aachener Fleischerinnung den traditionellen Anschnitt vornahm.

Etwa drei Monate lang können sich Leberwurst-Freunde nun den Leckerbissen aufs Brot schmieren. «Die Weihnachtsleberwurst war früher als Geschenk an den Kunden gedacht. Sie war so beliebt, dass sich ein Verkaufsprodukt daraus entwickelt hat. In vielen Metzgereien ist die Nachfrage der Kunden schon groß, bevor die Wurst überhaupt in den Läden ist», sagt Innungsobermeister Wolfgang Flachs.

«Wenn die Aachener Weihnachtsleberwurst bei uns im Laden ist, brauchen wir die normale Leberwurst fast gar nicht mehr anzubieten», verrät Metzger Karl Zeiss.

Was ist es, dass die Aachener Delikatesse ausmacht? «Es gibt natürlich ein Grundrezept. Jeder Metzger hat auch eigene Ideen und verfeinert es zum Beispiel mit Preiselbeeren oder Erdbeeren. Ganz wichtig ist aber der Schuss Sahne. Die Kreativität hat keine Grenzen. Das ist Handwerk», meint Flachs.

Neben Nüssen, Honig und Anis beinhaltet die Leckerei auch geheimgehaltene Zutaten. Da das beliebte Aachener Original immer wieder imitiert werde, müsse dem endlich ein Ende gesetzt werden, fand Flachs und wurde aktiv. «Die Aachener Weihnachtsleberwurst ist auf dem Weg, ein geschütztes Produkt zu werden. Wir sind dabei, ein Patent für sie und den Puttes anzumelden. Wir wollen, dass es keine Kopien mehr gibt.»

Die Aachener Leberwurst hat Tradition und ist längst eines der kulinarischen Merkmale der Kaiserstadt. Ihre Spuren lassen sich bis ins 19. Jahrhundert verfolgen. Im Laufe der Jahrzehnte wurde sie immer wieder den Verbraucherwartungen angepasst und veredelt.

Um den hohen Erwartungen der Kunden gerecht zu werden, stellen sich die Aachener Innungsfleischereien seit über 40 Jahren einer alljährlichen Qualitätsprüfung. Die nächste Blindverkostung gibt es am 27. November im Ratskeller. Sie erfolgt nach Kriterien der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft unter Mitwirkung der städtischen Veterinärmediziner, der Lebensmittelüberwachungsbehörde, des chemischen Untersuchungsrates und Fachleuten aus Verbänden und hiesigen Fleischermeistern. «Die besten Leberwürste werden sogar prämiert», verspricht Flachs.

Auch die Kunden der Aachener Tafel dürfen sich auf die Aachener Weihnachtsleberwurst freuen. Bereits im letzten Jahr hatte die Fleischereiinnung der Tafel insgesamt 100 Kilogramm geschenkt.

«Wir haben die Wurst primär an Familien abgegeben. Das ist so gut angekommen, dass schon viele danach gefragt haben. Ich finde es eine sehr schöne Geste, dass extra vor Weihnachten mehr Leberwurst für die Tafel produziert wird», freut sich die Vorsitzende der Aachener Tafel Jutta Schlockermann.

Wir danken den Aachener Nachrichten (www.an-online.de) für die Erlaubnis diesen Artikel wiedergeben zu dürfen.

Quelle: Aachen [ www.an-online.de - Myriam Weber ]

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