DBV für mehr Klarheit bei Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln

Landwirtschaft zum „Grünbuch zur Qualität von Agrarerzeugnissen“

Zum „Grünbuch zur Qualität von Agrarerzeugnissen“ der EU-Kommission fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) mehr Klarheit bei der Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln. Gleichzeitig warnt er in einer Stellungnahme die EU-Kommission vor einer zügellosen Vervielfältigung von Qualitätssiegeln und fordert die Kommission statt­dessen auf, darauf hinzuwirken, dass Importe aus Drittländern eine vergleichbar hohe Qualität wie EU-Lebensmittel haben.

Die Qualität deutscher Nahrungsmittel sei so hoch wie noch nie. Damit die Verbraucher bei ihrem täglichen Einkauf gezielt Lebensmittel aus deutscher Produktion nachfragen könnten, müsse für sie erkennbar sein, wo die Lebensmittel herkommen bzw. wo sie verarbeitet worden sind, erklärte der DBV. Es dürfe künftig nicht mehr möglich sein, dass Lebensmittel aus Drittländern, die nicht den hohen Hygiene- und Qualitätsanforderungen wie europäische bzw. deutsche Ware erfüllten, durch minimale Verarbeitung zu „Binnen­marktprodukten“ werden. Typisches Beispiel hierfür sei das Marinieren von Hähnchen­fleisch, welches zum Beispiel chinesisches Geflügel zu EU-Geflügel mache. Der DBV fordert deshalb die Einfüh­rung eines verpflichtenden Siegels für die EU-Herkunft von Lebensmitteln. Daneben müssen nach Ansicht des DBV Hemmnisse bei der Auslobung der nationalen Herkunft beseitigt werden. Erforderlich hierfür seien zum Beispiel die Stärkung des Geoschutzes sowie regionaler Erzeugergemeinschafen und von Qualitätssicherungssystemen.

Kritisch merkt der DBV an, dass die EU-Qualitätspolitik im Lebensmittelbereich häufig außer Acht lasse, dass diese neben dem Verbraucherschutz und der Gesundheit der europäischen Bevölkerung auch der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Land- und Ernährungswirt­schaft diene. Es sei von besonderem Interesse, den hohen EU-Standard für alle Produkte sicherzustellen, die innerhalb der EU verarbeitet und vertrieben würden. Hier gebe es in weiten Teilen noch erhebliche Defizite, welche aus Wettbewerbsgründen nicht akzeptiert werden könnten. Nach Ansicht des DBV muss daher die Kommission endlich sicherstellen, dass die hohen EU-Anforderungen an die Urproduktion auch an die Importe gestellt werden. Nur so werde den Interessen der Verbraucher innerhalb der Europäischen Union Rechnung getragen und zugleich den europäischen Landwirten die notwendige Wettbewerbsgleichheit eingeräumt.

Quelle: Berlin [ DBV ]